Harmonium

Von der Spielweise ist das Harmonium ein Tasteninstrument, bei der der Spieler auch noch für die nötige Luft treten muß. Vom Klang her ist es ein Blasinstrument mit Registern wie bei der Orgel, bei dem Metallzungen ähnlich wie beim Akkordeon oder der Mundharmonika zum Schwingen und Klingen gebracht werden. Im Gegensatz zu dem seinerzeit häufig verbreiteten Saugwindharmonium (das sich in der zweiten Hälfte des 18. und bis in die 30ger Jahre des 19. Jahrhunderts gerade auch in privaten Haushalten großer Beliebtheit erfreute), handelt es sich hierbei um ein Druckwindharmonium. Diese Typen wurden nur in Handarbeit und daher in erheblich geringeren Stückzahlen gefertigt. Sie unterscheiden sich vom Saugwindharmonium durch einen ungleich volleren und im Ton weniger ‚lieblichen‘ Klang. Durch seine Besonderheit, den Expressionszug und entsprechende Steuerung mit den Füßen, kann der Harmoniumspieler die Dynamik der Melodie beliebig ausdrücken – eine Eigenschaft, die Orgel und Klavier nicht bieten.

Interessant ist die Musikliteratur, die hierfür komponiert wurde: Hier finden sich entsprechend der Bauzeit vorwiegend traumhafte romantische Originalkompositionen als Soloinstrument oder mit Klavier sowie auch Bearbeitungen bekannter Orchester- und Opernmusik im Salonorchester mit z. B. Klavier, Violine und Violoncello. Zahlreiche Werke vor allem französischer Komponisten, die man heute als Orgelstücke kennt, wurden ursprünglich für das Harmonium geschrieben.